Rheumatoide Arthritis-Behandlung

 

RheumaHier haben wir uns insbesondere auf die Behandlung der juvenilen chronischen Arthritis spezialisiert.

Juvenile chronische Arthritis - Was ist das?

Die juvenile chronische Arthritis (JCA) ist eine vor dem 16. Lebensjahr beginnende chronische Gelenkentzündung und wird auch juvenile idiopathische Arthritis (JIA) genannt. “Chronisch” drückt die Gefahr der Knorpel- und Knochenschädigung durch die langwierige Entzündung aus. Die Bezeichnung “juvenil” soll die Besonderheiten der kindlichen Erscheinungsformen zum Ausdruck bringen.

Die Diagnose „Rheuma“ bei Kindern löst oft Erstaunen aus, da Rheuma überwiegend als Krankheit Erwachsener bekannt ist. Die rheumatischen Erkrankungen beim Kind und Jugendlichen unterscheiden sich deutlich vom Rheuma des Erwachsenen. Verschleiß- und Abbauerscheinungen fehlen meist, die entzündlichen Erkrankungen stehen im Vordergrund.

Insgesamt leiden rund 50.000 Kinder und Jugendliche in Deutschland an Rheuma. Rheuma ist somit die dritthäufigste chronische Erkrankung im Kindes- und Jugendalter.

 

Wie macht es sich bemerkbar?

Bei der juvenilen chronischen Arthritis handelt es sich um eine Krankheit, die meist in Schüben verläuft. Das heißt, nach Abklingen der Beschwerden treten diese in unterschiedlich großen zeitlichen Abständen wieder auf.

Typisch sind über mindestens drei Monate anhaltende Entzündungen einzelner oder mehrere Gelenke. Die Gelenke sind geschwollen, schmerzhaft, überwärmt und lassen sich nur schlecht bewegen. Häufig ist auch die Umgebung des Gelenks entzündet und es entwickelt sich eine Sehnenscheidenentzündung oder eine Schleimbeutelentzündung.

 

Verlauf und Komplikationen:

Rheuma
Am häufigsten treten zwei Formen auf: Die akute Rheumaform ist etwa zehnmal häufiger als die chronischen Verläufe. Beiden Formen gemeinsam ist das Gelenkleiden, weshalb Rheuma auch als Arthritis bezeichnet wird. Während bei der akuten Arthritis die Gelenkstrukturen erhalten bleiben, birgt die chronische Arthritis die Gefahr einer dauerhaften Gelenkschädigung.

Es kommt zur Zerstörung der Knochen und des Gelenkknorpels sowie der Gelenkkapsel. Auf Grund der Gelenkschädigung werden die am Gelenk ansetzenden Muskeln in Mitleidenschaft gezogen. Die Folgen betreffen den ganzen Körper.

Die geschädigten Gelenke sind nicht mehr voll funktionsfähig, was zu Schonhaltungen, Muskelverkürzungen, Gelenkversteifungen und Achsenfehlstellungen, zum Beispiel O-Beine, führen kann.

Durch die langandauernden Gelenkschmerzen sind die Kinder und Jugendlichen in ihrem natürlichen Bewegungsdrang eingeschränkt. Dies wirkt sich auch negativ auf die psychosoziale Entwicklung aus.
 
 
 

Physiotherapeutische Behandlung:

Basierend auf einem genauen Befund erfolgt die physiotherapeutische Behandlung vor allem durch eine spezielle individuelle Krankengymnastik nach dem Garmischer Behandlungskonzept sowie ergänzenden Maßnahmen wie z.B. Lymphdrainagen und Elektrotherapie zur Schmerzlinderung, Reduzierung der Schwellung und zur Muskelentspannung.

Eine Entzündung führt zu einer Schonhaltung und einem veränderten Muskelgleichgewicht um Schmerzen zu vermeiden. Dabei nimmt die Beweglichkeit der betroffenen Gelenke ab.
Ein frühzeitiger Behandlungsbeginn ist demnach entscheidend für den Erfolg der Therapie.
 
Das Ziel der Physiotherapie ist der Erhalt bzw. die Wiederherstellung der vollen Gelenkfunktion und des normalen Bewegungsmusters.
Um den Schmerzkreis unterbrechen zu können dürfen die gewählten Behandlungstechniken keine neuen Schmerzen verursachen.
 
Durch passives bzw. aktiv-assistives Bewegen und verschiedene entspannende Maßnahmen lassen sich die Schmerzen reduzieren und somit die Schonhaltung lösen.
Entlastete Bewegungen z.B. im Schlingentisch helfen den Stoffwechsel der Gelenke zu verbessern und auf diese Weise die Schmerzgrenze zu verschieben.
 
Verbessern der Gelenkbeweglichkeit
 
Der Schmerz ist hierbei ein wichtiger Anhaltspunkt für die Mobilisationsgrenze. Schmerzhemmende Maßnahmen, wie z.B. Kälteanwendungen oder die Einnahme von Schmerzmedikamenten sollten daher nicht direkt vor der Therapie stattfinden. Zur weiteren Verbesserung der Gelenkbeweglichkeit trägt das Dehnen der verkürzten hypertonen Muskulatur und das Aktivieren der hypotonen Muskulatur bei.

Sind die Gelenke reizfrei kann mit gezieltem Muskeltraining begonnen werden. Individuell werden hierzu Übungen ohne oder mit Geräten ausgesucht.

Anbahnen physiologischer Bewegungsabläufe
 
Voraussetzung für das aktive Üben ist stets eine ausreichende Gelenkbeweglichkeit, die Korrektur der Achsen und eine kompensationsfreie Durchführung.

Bewegungsabläufe werden durch häufiges Wiederholen unter Korrektur der Achsen neu gebahnt. Die alten Bewegungsmuster verschwinden allmählich.